2006

"Bauhaus" - wenn's bitter werden soll

- für Arbeitslose

Ein Bericht von Andreas Walter

Seit 3 Monaten arbeitslos, da die vorangegangene Anstellung nach 18 Monaten wegen betriebsbedingter Kündigung beendet war, las Sabine K. * in der Zeitung die Annonce der Firma "Bauhaus".
Dort suchte die Filiale in "Essen-Frillendorf" Inventuraushilfen für den 09. und/oder 10.01.2007.
Prima dachte sich Sabine K., das wäre eine gute Gelegenheit während der bereits laufenden Bewerbungsphase für eine zukünftige Vollzeitanstellung weitere Berufserfahrung zu sammeln und somit wenigstens für 2 Tage wieder am Berufsleben teilzunehmen.
Wichtig vor allem für das Selbstbewusstsein, denn welcher Arbeitssuchender kennt nicht das Gefühl, dass er momentan nicht gebraucht wird.
Jemand der noch nie arbeitslos war, kann sich scheinbar nicht vorstellen wie es ist, einfach zu Hause abzuwarten ob eine der zahlreichen Bewerbungen Früchte tragen wird.

So meldete sie sich telefonisch bei der Filiale des "Bauhaus" in "Essen-Frillendorf" um zunächst die Modalitäten zu klären.
Sie wurde im Telefonat aufgefordert persönlich in der Filiale beim "Service-Center" vorzusprechen und ihre Bewerbungsunterlagen mitzubringen.

So machte sie sich auf den Weg aus dem Essener Süden nach Frillendorf.
Vor Ort angekommen, meldete sie sich beim besagten "Service-Center".

Ihre Bewerbungsunterlagen legte sie der Mitarbeiterin vor.
Als diese dann feststellte, dass Sabine K. arbeitslos ist, bekam diese umgehend zur Antwort:
"Wenn sie arbeitslos sind, dann können wir Sie nicht nehmen!"

Sabine K. war nun völlig irritiert: "Wieso geht das denn nicht?", fragte sie nach.

Darauf die Mitarbeiterin: "Das ist zuviel Aufwand für die Verwaltung! Wir nehmen nur Schüler und Studenten!"

Gesagt, getan, ließ die Mitarbeiterin Sabine K. stehen und damit weiterhin irritiert zurück.

Zum Einen hatte sie doch vorher extra beim Bauhaus angerufen; warum konnte man ihr diesen Umstand nicht bereits im Telefonat mitteilen?

Zum Anderen hatte sie nun in freudiger Erwartung den weiten Weg auf sich genommen, um nun innerhalb von 3 Minuten frustriert und verbittert das Geschäft zu verlassen!

Ist die Arbeitskraft eines Arbeitslosen weniger wert, so dass man nicht 5 Minuten Verwaltungsarbeit investieren möchte?
Wird ein "ehemaliger ausgebildeter Arbeitnehmer mit Berufserfahrung", gegenüber "arbeitsunerfahrenen" Studenten und vor allem Schülern (!!!) als Arbeitskraft zweiter Klasse abgewertet?

Es kann doch nicht sein, dass die Firma "Bauhaus" arbeitsbereiten und berufserfahrenen Arbeitslosen keine Chance gibt sich wieder ins Berufsleben zu integrieren, andererseits aber Schüler und Studenten die Gelegenheit bekommen Geld dazuzuverdienen.

Fazit:

Alle Verbraucher sollten ihr Kaufverhalten stark überdenken, um nicht die Personalpolitik eine solchen Unternehmens zu unterstützen, vor allem in dieser Zeit der hohen Arbeitslosigkeit.

Es ist in Deutschland nicht möglich dauerhaft die Arbeitslosenquote zu senken, so lange solche Unternehmen wie die Firma "Bauhaus" die Wiedereingliederung von Arbeitslosen verhindern!

* Name der Redaktion bekannt