2006

Picknick im "Cinemaxx"

- die neue Straftat im Kino

Ein Bericht von Andreas Walter

Wie schön war doch früher ein Kinobesuch, ein richtiges Erlebnis.
Man schaute sich seit eh und je ein paar nette Werbespötchen an und ließ sich danach vom Film berieseln.

Jedoch ist es im Kino genauso wie in anderen Bereichen unseres Darseins:
Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben und so haben schwarze Schafe das grosse Geschäft gewittert. Kaum daß das Licht im Saal erlosch packten Sie aus Ihrer Tasche die Videokamera samt Stativ und hielten das Zelluloid auf Metallband fest. Zu Hause flink digitalisiert und ab damit ins Internet.
Dort erfreuten sich viele zahlungsunwillige Cineasten, dass a) der Film schon jetzt im Web steht und b) dieser kostenlos ist.
Also downgeloaded und Filmgenuss for free.
Dies ließen sich die Filmausborger und Lichtspielhäuser natürlich nicht gefallen und bedrohten nun fortan, mit nicht weniger bedrohenden Spots den geneigten Kinobesucher.
"Raubkopierer sind Verbrecher" drückte mit der Ankündigung jeden Bösewicht (also Kinobesucher)
für 5 Jahre hinter schwedische Gardinen zu schicken in den Sessel hinein (ob diese Spots dann auch im Knastkino laufen ist uns nicht bekannt).

Starr vor Angst fiel es dann ab sofort auch bei Komödien schwerer mitzulachen.
Nebenbei bemerkt gibt es ja da auch noch die "GEZ"-Spots.

Nun hat das Cinemaxx eine neue Bedrohung durch ihre Kunden entdeckt: "Die Picknicker".

Starr Vermutungen nach, sind erneut wieder schwarze Schafe am Werk gewesen und haben sich mit Ihrem Fress-Equipment in den Kino-Sälen der Cinemaxx-Kette niedergelassen.
Horden von solchen Freiluftfans haben die Kinosäle in Deutschland als Zuflucht bei schlechtem Wetter entdeckt oder frönen ihrer Picknick-Lust einfach weil sie es so gewohnt sind.
Was da alles schon passiert sein muss:
Fondue, Tischgrill, Raclette usw.

Die anderen Kinobesucher, die sich über die losen Stromkabel echauffiert haben, welche von den Kabeltrommeln zu den Saalsteckdosen gelegt wurden.

Laut zischende Colaflaschen, statt lautlosen Bechern vom Kinobetreiber.

Knisternde Plastiktüten, statt Popcorn in Pappbechern.
Grausam!
Oder hat das Cinemaxx einfach nur Angst weniger Umsatz zu machen?
Bei unserer derzeitigen Wirtschaftslage hat neben der teuren Kinokarte (Samstagabend ab 6,90€, mit Loge und Überlängenzuschlag sind es sogar 8,90€) kaum noch ein Besucher Geld übrig für Getränke und Essen.
Und warum? Weil die Preise im Cinemaxx dermaßen gepfeffert sind, das einem das Popcorn wieder zu den Ohren herauskommt.
Als Beispiel: Für einen Liter Cola muss man 3,90€ hinblättern.
Im Supermarkt bezahle ich dafür gerade mal 0,75€ (nicht im Angebot).
Wir halten also fest:
Bei einem Preis der 400% über dem außerhalb des Dunstkreises des Filmtheaters liegenden Supermarktpreises liegt, ist es da nicht verständlich dass die Sparneasten sich ihre Grundversorgung selbst mitbringen.
Und das mit der Cola wäre dabei nur ein Beispiel von vielen, da könnte ich auch noch die Preisvergleiche für Popcorn, Nachos, Weingummi, Eis usw. auflisten.

Fazit:

Die Konsequenz lautet also für alle, die Ihren Lieblingsstreifen auch weiterhin über die Leinwand flimmern sehen möchten:
Weiterhin "Speisen und Getränke" unterm Mantel ins Kino reinschmuggeln
Oder das Cinemaxx öffnet mal seine Türen und schaut nach Draußen in die wirkliche Welt,
um festzustellen, dass die Preise zu hoch sind und gesenkt werden müssen.