2005

"Kunst- und Ausstellungshalle (KAH)" in Bonn

ODER

“Geh mir weg mit der Presse, vor allem wenn sie nicht aus Bonn stammt”

Ein Bericht von Andreas Walter

Wenn man professionelle PR-Arbeit leisten möchte, sollte man gemäß Lehrbüchern keine Möglichkeit auslassen seinen Bekanntheitsgrad zu steigern.
Vor allem wenn man einiges zu bieten hat, kann man damit auftrumpfen, um auch die interessierte Presse außerhalb seiner evtl. vermeintlichen Grenzen anzusprechen.

Auf der Homepage www.kah-bonn.de heißt es in punkto Eigenwerbung:

Als Haus für Wechselausstellungen bietet die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland seit 1992 ein abwechslungsreiches Programm von internationaler Bedeutung. In den ersten zehn Jahren konnten auf der Ausstellungsfläche von 5.600 m² über 100 Ausstellungen aus den Bereichen Kunst und Kulturgeschichte, Wissenschaft und Technik präsentiert werden.
Auf dem Museumsplatz treten während der Sommermonate auf der überdachten Open-air-Bühne internationale Stars auf.

So, so: “Ausstellungen von internationaler Bedeutung”, “Internationale Stars”.
Na das sind doch prima Voraussetzungen für “internationale” PR.

Wie gesagt. Man “kann professionelle PR-Arbeit leisten”, man muss aber auch nicht.
Vor allem wenn man es noch nicht einmal schafft die “nationale” Presse zu akzeptieren.
Und mit “national” ist in diesem Fall außerhalb von Bonn zu verstehen.

Es begann alles mit einem weiteren zu erstellenden Konzertbericht
Im Rahmen unserer vielen schon erstellten Konzert-Rezensionen eigentlich eine Routinetätigkeit für uns Journalisten.

Aber diesmal sollten wir eine Frechheit erleben, die uns seit mind. 10 Jahren nicht mehr untergekommen war.

Am 10.08.2005 sollte das Konzert der Ausnahmesängerin “Joss Stone” auf dem Museumsplatz in Bonn stattfinden.
Direkt am Tag als die (3) Konzerttermine für Deutschland durch das Label bekannt gegeben wurden,
schickten wir das Akkreditierungsformular und weitere Unterlagen an die Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn.
Das war im April 2005 und noch einige Zeit bis August.
Nachdem wir Ende Juni noch nichts gehört hatten bzw. noch nicht einmal bis dahin eine Eingangsbestätigung erhielten (was bei jeder anderen PR-Abteilung üblich ist) fragten wir ein zweites Mal nach.
Nach 2 Wochen Wiedervorlage und keiner Rückantwort wandten wir uns an einen anderen als den auf der KAH-Konzertpage ausgewiesenen Ansprechpartner und siehe da, wir erhielten prompt eine Rückantwort.
Aber: Wir sollten uns erneut akkreditieren, da dort angeblich nichts vorliegen würde.
Daraufhin schickten wir erneut alle Unterlagen zu und zwar als Weiterleitung unserer ersten Mail vom Mai.
Mittlerweile schrieben wir Anfang Juli 2005 und wir warteten bis Ende Juli geduldig ab.
Anfang August rückte das Konzert immer näher und wir fragten erneut an.
Dann erwartete uns das vorläufige Highlight des Mailverkehrs.
Eine Weiterleitung einer Mail des Monates Juni, die wir angeblich erhalten haben sollen (aber nie bei uns angekommen ist) mit dem Text:

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an den Veranstaltungen der Kunst- und Ausstellungshalle. Leider ist eine Akkreditierung für das Joss Stone Konzert am 10.08.05 nicht möglich, da das Kontingent bereits ausgeschöpft ist.

Wie kann das sein? Wir melden uns - da sind wir uns 100%-ig sicher - als erste Journalisten für dieses Konzert bei der KAH an, um dann diese Antwort 2 Monate später zu erhalten?
Wo ist denn da die Logik? Wie kann das Kontingent erschöpft sein, wenn wir zu den Ersten gehören die sich akkreditieren wollen?!

So langsam kam uns die Sache ziemlich spanisch vor, da wir nun mit 3 Personen der PR-Abteilung der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn zu tun hatten, erst mit einer Person die uns nicht antwortet, dann eine Person die von uns alles erneut abverlangt und zum guten Schluss noch eine nachgereichte angeblich zugesandte Ablehnung, die darüber hinaus auch noch von einer Auszubildenden gefertigt wurde.
Da dachten wir uns doch: Bei der PR-Abteilung der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn weiß scheinbar eine Hand nicht was die andere tut. Das kennt man doch sonst nur von Behörden. Aber wie wir wissen und in diesem Fall sogar bestätigt bekommen, ist eine Behörde heutzutage 1000mal mehr serviceorientiert und hat fähigere Mitarbeiter als jede andere Institution.

Um auf diesen Missstand hinzuweisen wandten wir uns an den Geschäftsführer der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn, Herrn Wilfried Gatzweiler.
Aber nun kam das absolute Highlight: Statt kundenfreundlich bzw. PR-gerecht zu antworten und den Fehler seiner MA einzugestehen, sich für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und für die Zukunft Besserung zu geloben, erhielten wir eine Mail mit folgender unglaublicher These:

Sie werden sicherlich verstehen, dass bei der Vielzahl von umlaufenden Presseausweisen sowohl wir als auch die Konzertagenturen darauf achten, dass die Akkreditierung von Medienvertretern nicht inflatorisch erfolgt, sondern
zielgerichtet. Sie werden sicherlich verstehen, dass eine Akkreditierung nur dem Sinn entspricht, eine Öffentlichkeitsarbeit für das konkrete Konzert sicherzustellen, nicht jedoch um den Kauf einer Eintrittskarte zu vermeiden

Hallo? Meint dieser Mensch etwa hier steht der Spaßfaktor im Vordergrund??
Derjenige, der einen Presseausweis besitzt, verdient auch seine Brötchen damit.
Das gilt für Journalisten genauso wie für jeden anderen Berufszweig auch.
Eine journalistische Tätigkeit ist teilweise echte Knochenarbeit.
Und das Ganze auf die Thematik bei einer Berichterstattung zu lenken:
Einen Konzertbericht zu fertigen dient genauso dem Gelderwerb, wie ein Bericht über jegliche andere Thematik.

Möchte Herr Gatzweiler einen ganzen Berufsstand arbeitslos machen?
Scheinbar sind die knapp 5 Mio. Arbeitslosen noch nicht genug?!

Oder möchte die Kunst- und Ausstellungshalle Bonn niemand außerhalb des Bonner Dunstkreises zur Berichterstattung zulassen, weil sonst evtl. negative Berichterstattung ein schlechtes Licht auf sie werfen könnte?

Was passiert, wenn man ausschließlich lokale Presse zulässt?
Auch nichts besseres, denn diese zerreißen sich das Maul über Veranstaltungen der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn.
Und – da kommen wir zur eben angeführter Theorie – wenn das schon auf lokaler Ebene passiert … (s.o.)

Als Beispiel die Website “Bonnaparte.de”:

Die Akustik schwächelte anfangs etwas; Schlagzeug und Background waren zu leise. Und dann kann man sich darüber streiten, ob es nötig ist, nach 6 Songs eine ca. 15 minütige Pause einzulegen (…) bei einer Konzertdauer von insgesamt nicht ganz 90 Minuten doch eher unglücklich.

Auch die Stimmen aus dem Gästebuch der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn sprechen Bände:

Dietmar Wintz - 12.08.2005

Guten Tag,

wie ich bei der Durchsicht des Gästebuchs leider feststellen mußte, bin ich nicht der einzige mit meiner Kritik zu den Open-Air-Konzerten auf dem Museumsplatz.
Ich habe Anfang Juli das Konzert von Aimee Mann gesehen und vorgestern das von Joss Stone. Im Juli habe ich mich schon über das, für den Preis von über 40,- mit zwei Zugaben, höchstens eineinhalbstündiges Konzert geärgert, aber was Joss Stone abgeliefert hat finde ich - gelinde gesagt - eine Unverschämtheit. Sie hat für 40,- Euro eine Stunde gespielt (…) um dann nur eine Zugabe von ca. 10 Minuten zu geben, die wiederum hauptsächlich dazu diente, den Musikern und Background-Sängern ein Forum zu bieten.

Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber muß ich dies allerdings auch dem Veranstalter, der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, vorwerfen. Denn dieser hat meiner Meinung nach die Möglichkeit und die Pflicht den Vertrag mit der Konzertagentur so zu gestalten, daß entweder die Karten wesentlich billiger werden (meiner Meinung nach sind 20,- Euro für die gebotene Leistung das absolute Maximum) oder die Künstler zu verpflichten ein für den Kartenpreis entsprechendes Konzert zu geben.
Das voraussichtlich um 22.00 Schluß sein muß wegen der Anwohner (was ich vermute) ist für mich kein Argument, da der Beginn der von mir gesehenen Konzerte um 19.30 Uhr (Aimee Mann) und 19.00 Uhr (Joss Stone) genügend Zeit für ein entsprechendes Konzert geben. Das sind bis 22.00 Uhr immerhin zweieinhalb bis drei Stunden.

Mich jedenfalls haben Sie als Konzertbesucher verloren, wenn sich an der Preispolitik oder den Konzerten etwas ändert! Schade eigentlich, weil ich den Museumsplatz für einen sehr schönen Platz für Open-Air –Konzerte halte.

Einen schönen Tag

Dietmar Wintz

Schickler - 21.07.2005

Meine Frau,mein Sohn + ich waren gestern in der D.Khan Ausstellung.Leider war ich wieder einmal sehr enttäuscht über die Art der Präsentation.Nicht der Inhalt oder die Ausstellungsstücke selber waren das Übel,es war das Licht.
In der Art + Weise wie bei Ihnen Licht eingesetzt wird,sind Sie noch Lichtjahre von Ausstellungen in Paris oder New York entfernt.Mit guten Lichtdesignern die das Licht perfekt einsetzen,können Ausstellungen 100% an Wertigkeit und am "Aha"-Efekt gewinnen.
Außerdem schmerzen einem am Ende der Ausstellung die Augen dann nicht mehr so stark.Sie müssen einmal genau die Besucher beobachten,wie angestränkt Sie lesen.Das liegt nicht nur am vielen Text,sondern stark an der schlechten Beleuchtung.Wenn Kinder bei so einem Licht ein Buch lesen würden,wurde man Ihnen sagen "mach dir doch etwas mehr Licht an ,sonst leiden deine Augen".Bei richtigem Lichteinsatz würden auch die Exponate an Brillanz,Wertigkeit + Austrahlung gewinnen und sich somit fester in der Erinnerung der Besucher verankern.
Ich bin Werbefotograf und muß jeden Tag "gutes Licht" machen,
und ein gutes Beispiel für gutes Museumslicht findet man z.B. im Rh.Landesmuseum Bonn.
Von einem bekannten Fotografen stammt der Satz + mit diesem Satz möchte auch ich diesen Eintrag enden lassen :
"Kinder nehmt Licht mit,sonst wirst nichts".

Somit können wir abschließend festhalten:
>Die Presse ist bei der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn nicht willkommen und das scheinbar aus guten Gründen.
>Darüber hinaus ist die Denkweise des Geschäftsführers Herrn Wilfried Gatzweiler über den Journalismus äußerst befremdlich.

Eine Frechheit ist auch, dass wir zur Mail von Herrn Gatzweiler entsprechende Anmerkungen retour geschickt und unsere Entrüstung klar dargestellt haben.

Bis zum heutigen Tage haben wir keine Rückantwort erhalten.

Fazit:

Wie sagt man so schön: Stillschweigen = Zustimmung.

Update
Und mal wieder führt qualitativer Fachjournalismus zu Entscheidungen mit Tragweite.
Aber lesen Sie selbst:

Der kaufmännische Leiter der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Wilfried Gatzweiler, wird abberufen. Das entschied das Kuratorium und die Gesellschafterversammlung der Bundeskunsthalle als zuständige Aufsichtsgremien am 16. Mai 2007 bei einer Sitzung in Bonn. Folgende Beschlüsse wurden gefasst: "Der Arbeitsvertrag mit Geschäftsführer Wilfried Gatzweiler wird aufgehoben, da das Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist. Die Modalitäten der Trennung sollen in den nächsten zwei Wochen geklärt werden.

Nachdem der Bundesrechnungshof im vergangenen Mai "schwerwiegende Mängel in der Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung" festgestellt hatte, wurde er von seinem Posten abgelöst; wenig später auch der Intendant der Bundeskunsthalle, Wenzel Jacob. Gatzweiler hatte mit dem Bund einen Aufhebungsvertrag zum 30. September geschlossen.
Ein Rauswurf erster Klasse: Massenhaft verschenkte Freikarten, verschwundene Dienstwagen, Verjetten von Bonusmeilen und laxester Umgang mit Steuergeldern. Nach harschen Rügen des Rechnungshofs beugen sich staatliche Kontrollinstanzen endlich über hanebüchene Vorgänge in der Bundeskunsthalle zu Bonn.

Man hätte das Problem schon früher erkennen können, vielleicht sogar müssen. 2002 zum Beispiel, als zum zehnjährigen Bestehen der "Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland" (KAH) in Bonn eine aufwändige Festschrift entstand, in der ihr Programmgeschäftsführer Jürgen Wenzel Jacob nicht weniger als dreißigmal abgebildet war - unter anderem mit Umberto Eco, dem Dalai Lama, der Königin von Schweden und mit dem großen Museumsmann Pontus Hultén, von dem Jacob irgendwann auch den Titel des Intendanten übernahm. Dass der Kunsthistoriker, der 1986 mit einer Arbeit über die Pop-Art in England promoviert wurde, Wert auf den großen Auftritt legte, blieb niemandem verborgen. Dass er es dafür mit der Geschäftsführung möglicherweise nicht allzu genau nahm, behauptet nun ein detaillierter Bericht des Bundesrechnungshofes.

Das 50-seitige Papier, das die Mitglieder des Haushaltsausschusses des Bundestags erst Dienstag dieser Woche erhalten hatten, führte bereits am Mittwochabend zu ersten Konsequenzen: Kuratorium und die Gesellschafterversammlung der KAH haben beschlossen, dass der Arbeitsvertrag mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Wilfried Gatzweiler aufgehoben wird, weil das Vertrauensverhältnis zerstört sei. Programmgeschäftsführer und Intendant Jürgen Wenzel Jacob hingegen muss seine Tätigkeit als Geschäftsführer bis zur Klärung aller Vorwürfe ruhen lassen und ist bis dahin freigestellt.

Für den Bereich der Freiluftkonzerte attestiert der Bundesrechnungshof der Kunsthalle dilettantisches Vorgehen: Besucherzahlen seien viel zu hoch, Kosten dafür viel zu niedrig kalkuliert und Risiken wie schlechtes Wetter gar nicht einbezogen worden. Bewachungskosten variierten je Konzert um bis zu 290 Prozent, abgeschlossene Versicherungen waren nicht genehmigt. In den Jahren 2002 bis 2006 seien rund 21 000 Freikarten im Nominalwert von 840 000 Euro verteilt worden. Bis 2006 seien im Konzertgeschäft und aus dem Betrieb einer Eislaufbahn mehr als sechs Millionen Euro Verlust aufgelaufen, über die dem Kuratorium trotz Nachfragen nicht berichtet wurde.

Besonders schwer wiegen die Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten: Unterm Strich sei die Bilanz der Bundeskunsthalle zwar durch Verschiebungen in der Regel ausgeglichen gewesen. Im internen Finanzgebaren der KAH aber habe es hinten und vorne nicht gestimmt. A

Ähnlich lax wie mit dem Geld wurde demnach auch bei Dienstwagen und Dienstreisen verfahren. Zunächst wurde ein aus Bundesmitteln geleaster Mercedes, später dann ein BMW rechtswidrig einem Vertragspartner überlassen. Der Prüfbericht moniert weiter: "Die von den Geschäftsführern jeweils selbst genehmigten, teilweise nicht unterschriebenen Dienstreiseanträge ließen vielfach nicht die Notwendigkeit der Reise erkennen. Beispielsweise wurde bei einer Reise nach Sizilien die Begründung Neues Projekt" angegeben." Ein Teil der entstandenen Kosten ist offenbar mit "fachlichen und persönlichen Konflikten" zwischen Gatzweiler und Jacob zu erklären: "So hatte die Geschäftsleitung im Dezember 2006 beschlossen, dass eine bestimmte Ausstellung in Zusammenarbeit mit einem japanischen Tempel nicht finanzierbar und daher abzusagen sei. Die beiden Geschäftsführer unternahmen dennoch im ersten Quartal 2007 in dieser Angelegenheit Auslandsdienstreisen mit unterschiedlichen Zielsetzungen: Während der kaufmännische Geschäftsführer das Projekt gegenüber dem Direktor des japanischen Nationalmuseums bei einem Treffen in Hongkong absagte, führte der Intendant Gespräche in Tokio mit dem Ziel der Durchführung."

Beide Geschäftsführer haben laut Bundesrechnungshof regelmäßig gegen die Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes verstoßen: "Für Übernachtungen machten die Geschäftsführer regelmäßig ohne Begründung die Aufwendungen für erstklassige Hotels geltend." Geflogen wurde überwiegend Business-Class, gefahren mit Taxis. Bonusmeilen nutzte Wilfried Gatzweiler laut Bericht "für die Flugreise seiner privaten Begleitperson auf einer Dienstreise nach Hongkong".

Kulturstaatsminister Bernd Neumann, so berichtet ein Teilnehmer an der Sondersitzung der Kontrollgremien am Mittwochabend, sei über den Prüfbericht entsetzt gewesen und habe den "eisernen Besen" und einen völligen personellen Neuanfang gefordert. Gegen die sofortige Abberufung auch von Wenzel Jacob hätten sich aber, aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen, vor allem die Vertreter der Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern ausgesprochen. Welche Mitglieder der Kontrollgremien von der großzügigen Freikartenvergabe der KAH profitierten, erwähnt der Bericht des Bundesrechnungshofes nicht. Er vermerkt dazu allerdings: "Schriftliche Aufzeichnungen, die u.a. zeigten, wer, wann und für wen wie viele Freikarten erbeten und bewilligt hatte, wurden im September 2006 im Sekretariat der Geschäftsleitung auf Weisung des kaufmännischen Geschäftsführers vernichtet." Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorwürfe gegen die Geschäftsführer auch in Berlin bereits bekannt.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/700/114586/

(26.09.2007)