2004

"Mittelaltermarkt" in Wermelskirchen

Ein Bericht von Andreas Walter

Man kennt die sehr kommerziell angehauchten Mittelaltermärkte, die man unter dem Oberbegriff "Spectaculum" zusammenfassen kann.
Jedoch handelt es sich hier um die etwas heimeligere Variante, was aber nicht ab- sondern aufwertend zu verstehen ist.
Am Ostersonntag sollte es also ins Mittelalter zurückgehen und es wurde auch einiges geboten.
Schön im bergischen Land, in der Nähe von Solingen und Remscheid gelegen, fand auf dem Lochesplatz von Wermelskirchen das bunte Treiben statt.

Veranstaltet vom "Rabenvater", der Stadt Wermelskirchen (Marketing) und den Einzelhändlern, fand man neben Handwerkskunst auch viele Speisen, die man so im täglichen Leben nicht im Geschäft oder Supermarkt um die Ecke kaufen kann.

Aber das macht ja nun mal einen solchen Markt aus, denn man soll sich zeitlich zurückversetzt fühlen.
Auch viele Aktionen, die zum Mitmachen auffordern, konnte man hier finden.
Darunter fällt das Bogenschiessen, das Mäuseroulette oder auch sehr viele originelle Spiele für Kinder.

Handwerkskunst in Form eines Schmiedes, eines Schnitzers, ja sogar die mühsame Erstellung eines Kettenhemdes konnte man sich anschauen.
"Man benötigt gut 1/2 Jahr für ein komplettes Kettenhemd, wenn man es nach althergebrachter Weise knüpft",
berichtet uns ein Handwerker, "und die Kilos, die spürt man nur, wenn man es in der Hand hält. Am Körper verteilt sich das Gewicht so gut, dass man es gar nicht so sehr merkt."

Ab und zu kreuzt ein Bettler den Weg und bittet um eine milde Gabe.
Von anderen Gewandeten wird er als Abschaum und Plage beschimpft.

An den Verkaufsständen gibt es neben Handwerkskunst auch Gewänder aus alten Zeiten.
Wer also ebenfalls gewandet sein möchte, der kann sich hier schon bereits für 50€ innerhalb Minuten verwandeln. Nur den "Stand" innerhalb der Gesellschaft den man anstrebt, den sollte man sich schon gut überlegen.
Highlights sind auch die zahlreichen Musikdarbietungen.
Und wenn es mal keine Musik gibt, führen Gruppen kleine Theaterstücke auf.
Fazit:

Wer nicht unbedingt einen teuren und sehr kommerziellen Mittelaltermarkt, sondern einen kleinen beschaulichen und mit viel Engagement gemachten Markt besuchen möchte, dem sei geraten sich zu Ostern nach Wermelskirchen aufzumachen und für 4€ in das Mittelalter einzutauchen.

Auf anderen Märkten gebe Sie locker das doppelte und mehr aus und das nicht nur beim Eintrittspreis.
Wenn Sie schon eine größere Veranstaltung besuchen möchten, so suchen Sie sich am Besten eine mit einem angeschlossenen Pferdeturnier aus.